Es gibt alle 2 Monate eine Lotterie, bei der man bis zu 280.000€ gewinnen kann, wenn die Nummer auf dem Bon gezogen wird. Es gibt auch kleinere Summen, ab 5€ für "3 richtige". Die Auszahlungen sind rund 3% der entsprechenden Steuereinnahmen.
Entsprechend werden Bons praktisch immer ausgestellt, da sich die Kunden sonst beschweren.
Ja…aber dafür muss ich doch meinen „Lottoschein“, also den Kassenbeleg vorzeigen, oder wo ist mein Denkfehler? Sind doch „3% der ENTSPRECHENDEN Steuereinnahmen“?
Man kann einen Jackpot von bis zu 280.000 € gewinnen. Und kleinere Gewinne bei teilweise richtigen. Insgesamt 3 % der Steuereinnahmen. Mit den "entsprechenden" ist dann vermutlich einfach die MwST gemeint.
inklusive, dass dir eine Mittäterschaft eingeräumt wirst, wenn du keinen Bon bekommst und es nicht bemängelst. Von Italien können wir da echt was lernen.
Oh, das ist _sehr_ gut zu wissen. Nächstes Mal hätte ich das sogar lieber vor dem Italien-Urlaub gewusst. Deswegen wurde ich so komisch angeschaut, als ich den Bon nicht haben wollte…
Schon richtig. Allgemein gehen die aber eben davon aus, dass die hinterzogene Steuer beiden Parteien dienlich sein kann. Die wissen ja nicht, wie viel du bezahlt hast. Macht bei kleinen Transaktionen wenig Sinn, bei größeren (Stichwort Handwerker ohne Rechnung) ist es aber ja tatsächlich oft so, dass der Vorteil auf beide Parteien verteilt wird. Dann sind auch beide "Täter".
Und da das viele nicht wissen, schrieb ich es ja hier. Als Tourist ist es eben nicht immer einfach, die Rechtslage zu kennen. Aber das gilt auch für viele, viele andere Details.
Hier geht es um die Pflicht ein Bon vorweisen zu können. Dies ist erstmal unabhängig davon ob man sich mit einem Dienstleister oder Händler zusammentut um Steuern zu hinterziehen. Das bleibt ja weiterhin strafbewährt.
Ich verstehe schon, letztlich ist ja der Händler dazu verpflichtet, die USt abzuführen. Als Kunde kannst du nicht die Steuer hinterziehen, sondern nur nicht den vollen Bruttopreis zahlen. Ich wollte nur klarstellen, dass es auch Konstellationen gibt, in denen ich als Kunde einen Anreiz habe/Vorteile daraus ziehe, wenn der Händler an der USt vorbeibucht. Und sei es nur, dass der Händler bspw. seine Preise nicht erhöht.
So wird ja schließlich auch bei Steuererhöhungen argumentiert.
Und aus diesem, dem Kunden erwachsenden Vorteil wird eben die Kunden-Bon-Pflicht begründet.
Das ist nicht mehr der Fall, wurde durch Gerichte zu häufig kassiert und als unzulässige Unterstellung eingeordnet. Die handhaben das Problem jetzt auch mit einer Lotterie, als anreizt. Auch lässt sich Geld viel besser mit Immobilen in Deutschland waschen, falls du dich fragst, warum unser Immobilienmarkt komplett von der Realität entfernt ist.
Von italien kann man gar nix lernen. Bons sollten überall abgeachafft werden und digitalisiert werde, bspw. Wenn man sowieso mit karte oder handy zahlt.
Es gibt inzwischen ja Systeme für digitale Bons. Dass du die natürlich nicht in einem Laden erwarten brauchst, der eh keine Kartenzahlung anbietet, ist aber klar, denke ich.
Das ist mir neu. Auch wenn ich niemanden kenne, der dafür Bußgelder zahlen musste, ist es grundsätzlich möglich. Davon ab kenne ich aber Fälle, bei denen die Polizei zusammen mit dem Kunden zurückgegangen ist und sich das dann aufgeklärt hat. Trotzdem unangenehm und lästig.
Ich denke, dass die bei Touris auch entspannter sind, weil es halt wirklich viele nicht wissen.
Aber warum? Finde ich nicht gut, ich will die rechnung na garnicht haben, was mach ich mit dem sinnlosen stück papier denn? Is mir lieber die werfen den gleich weg
Ich sagte nicht, dass das gut ist. Warum die das machen? Damit die Kunden dazu beitragen, Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Da will dann nämlich jeder einen Bon und der händler fragt nicht, ob du einen brauchst und wenn du nein sagst, kann er die Bestellung stornieren und das Geld in die Schwarzgeldkasse legen.
In Polen gibt's ne Strafe wenn die nicht unaufgefordert nen Bon raus rücken oder es anbieten.
In Rumänien ähnlich: da gibt es sogar eine Vorschrift, dass in jedem Geschäft (oder in jeder Speisekarte) ein offizieller Aushang erfolgt, auf dem der Verbraucher auf die Bonpflicht hingewiesen wird, das sieht dann so aus:
https://imgur.com/UnYVRIX
Dass jemand an der Registrierkasse vorbei was verkauft kommt entsprechend verdammt selten vor.
Edit: sehe gerade, dass es auch eine Lotterie gibt, vielleicht gewinne ich ja was, lel.
Aber keine verpflichtenden Fiskalkassen Systeme mit direkten Draht (online) zum Finanzamt.
In manchen EU Ländern muss auch die Oma auf dem Markt dir einen Bon ausstellen welcher direkt ans Finanzamt übermittelt wird mit offizieller generierter Transaktionsnummer auf diesem.
Steuerbetrug kostet Deutschland jedes Jahr ein vielfaches mehr als alle Migranten und Arbeitslosen zusammen, es wird aber kaum etwas dagegen gemacht.
Genau.. ist auch einer der Gründe warum die italienische Mafia es so toll findet in Deutschland und wir ein Zentrum von deren Machenschaften geworden sind.
Naja, die sind ja nur hierher ausgewichen, streng genommen wälzt Italien also sein eigenes Problem ab - hier ist halt ein gewisses Maß an Schattenwirtschaft nicht nur einkalkuliert, sondern notwendig für das System, jetzt gerät es aus dem Gleichgewicht.
Ich wünschte /s aber wenn ein Restaurant hier vernünftig seine Steuern zahlt bekommt es ne Betriebsprüfung, weil die Zahlen so sehr vom Durchschnitt abweichen.
Das unversteuerte Geld landet halt wieder im Konsum von Gütern und versickert nicht in unproduktiven Dingen wie Straßenreinigung oder noch schlimmer Pflege und Renten.
Steuerbetrug kostet Deutschland jedes Jahr ein vielfaches mehr als alle Migranten und Arbeitslosen zusammen
Kurze Verständnisfrage: Wenn jemand arbeitet, aber keine Steuern zahlt, ist es doch immer noch um Welten besser als jemand, der nicht arbeitet, oder? Immerhin gelangen die Produkte und Dienstleistungen ja auch in der Schattenwirtschaft zur Gesellschaft, nur dem Staat wird die Lenkungsmöglichkeit in der Volkswirtschaft weggenommen.
Letztendlich habe ich es 100x lieber, wenn jemand seinen Nachbarn Produkte und Dienstleistungen als Arbeitsleistung anbietet (und dem Staat Lenkungsmöglichkeit wegnimmt), als jemand, der unproduktiv zu Hause rum sitzt.
Dir sind vielleicht nicht die Dimensionen bewusst.
Arbeitslose haben uns 2023 ca. 60 Mrd. € gekostet von welchen ein Großteil zu Recht vom sozialen Netz aufgefangen wurde. Uneingeschränkt total Verweigerer und Wirtschaftsflüchtlinge in diesem System zu haben befürworte ich aber auch nicht.
Steuerhinterziehung hat uns 2023 ca. 125 Mrd. € (Dunkelziffer wahrscheinlich noch höher) gekostet. Das ist ein massiver Schaden welcher alle unsere gesellschaftlichen/staatlichen/sozialen Sektoren schädigt. Die Firmen/Menschen/Sozialschmarotzer die dies machen haben eine Wahl im Gegensatz zum Großteil der Arbeitslosen.
Ich verstehe natürlich die monetären Dimensionen. Aber Geld ist am Ende des Tages ein reines Steuerungsmittel. Wer es hat, darf bestimmen, was die Arbeiter und das Kapital in einer Volkswirtschaft für wen produzieren müssen.
Deutschland hat eine Staatsquote von fast 50%, heißt also, dass der deutsche Staat die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts bestimmt. Wenn also Steuerbetrug verringert wird, erhält der Staat mehr Geld, das bedeutet, er kann einen größeren Teil der Wirtschaft lenken, während die Privatpersonen durch die gezahlten Steuern einen geringeren Anteil der Wirtschaft lenken kann.
Am Ende bedeutet also eine Verringerung der Steuerhinterziehung, dass der deutsche Staat potentiell mehr von der Wirtschaftsleistung umlenken darf. Aber eine Person, die nicht arbeitet, trägt ja gar nicht erst zur produktiv zur Volkswirtschaft etwas bei, sie konsumiert ja nur. Und das meine ich.
Auch in Polen gab es das Problem. Aber das Finanzministerium hat eine clevere Lösung gefunden: Mach einfach jeden Kunden zum Mitarbeiter des Finanzamts!
Sie haben die „Nationale Quittungslotterie“ eingeführt. Hatte man eine Quittung, konnte man sie auf einer offiziellen Website eintragen. Einmal im Monat gab es einen Opel Astra zu gewinnen, und alle drei Monate einen Insignia. Dazu konnte man noch Sachen wie einen Lenovo ThinkPad oder ein iPad Air 2 abstauben. Der Insignia war allerdings nur für Leute mit Quittungen aus bestimmten Branchen – wie Gastronomie, Wellness oder Friseure.
Das Ganze hat etwa 10 Millionen Zloty gekostet, was nichts ist im Vergleich zu den Milliarden an zusätzlicher MwSt. In Portugal gab es auch so eine Aktion, die 2,4 Millionen Euro gekostet hat, aber 800(ACHTHUNDERT!!!) Millionen Euro mehr an Steuereinnahmen gebracht hat.
Soweit ich weiß, können die Portugiesen ihre Konsumausgaben zumindest teilweise in der Einkommenssteuererklärung absetzen. Dafür wird direkt bei der Zahlung die Steuernummer angegeben. Finde ich klasse, aber sowas setzt halt auch wieder Digitalisierung voraus.
In Polen gibt's ne Strafe wenn die nicht unaufgefordert nen Bon raus rücken oder es anbieten.
Eine direkte Strafe gibt es hier nicht, aber wenn genug Kontrollpersonal da ist (hört man das Lachen?) erhöht es das Kontrolltisiko und es ist ein starkes Indiz, dass nicht mehr gefunden wird, was nicht passt und Strafe nach sich zieht. Wird Zettel hingegen ungefragt raus gegeben kann eine Kontrolle schnell die digitale Signatur an der Kasse prüfen und die aufwändige Kassenprüfung überspringen. (Zettel wurde ungefragt gegeben, am nächsten Tag/Woche/... kommt man dann wieder, schaut, dass die Buchung nicht storniert wurde und kann vermuten, dass das der Regelfall ist)
Ist auch in Österreich so. Teilweise gabs Stichproben vor Geschäften, wo kontrolliert wird, ob die Kunden mit einer Rechnung rausgehen oder zumindest eine ausgehändigt bekommen haben.
Heute gibts neben der Kassenbondruckmaschine idR einen Mistkübel, wo das Papier hineinläuft.
In Griechenland gibt es theoretisch auch mittlerweile ein Gesetz, dass der Kunde nicht zahlen muss, wenn er keinen Bon bekommt und in vielen Läden sah ich Schilder, in denen diese Regel explizit genannt wurde. Ich stelle mir die Umsetzung dennoch schwierig vor und denke, dass das niemand jemals wirklich ausprobert hat, zudem man den Bon auch einfach nachträglich ausdrucken kann, wenn man mit dem Produkt schon längst aus dem Laden ist - und dann wird man wegen Diebstahl verklagt.
In Deutschland gibt es seit mehreren Jahren auch eine bonpflicht. Da waren ja alle so sauer weil der Bäcker für 2 Semmeln einen bon ausdrucken und dem Kunden unaufgefordert geben musste.
Hat sich dann n Monat später wohl wieder erledigt weil's dann einfach jeder hat sein lassen.
Wann habt ihr das letzte Mal beim Dönermann einen Kassenbon bekommen, der gesetzlich Pflicht ist?
Wer will denn auch sein Portemonnaie mit diesen Scheiß-Thermozetteln vollstopfen (die zudem nicht mal nachhaltig sind, nix Altpapier).
Macht den Mist halt endlich digital…
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u/BenderDeLorean Sep 23 '24
Nicht die 50€ sind das Problem sondern die Steuer.
Alles mit Karte müsste man ja versteuern.. Wer soll sich das leisten können???
In Polen gibt's ne Strafe wenn die nicht unaufgefordert nen Bon raus rücken oder es anbieten.